- Tibet

 

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Willkommen auf meiner neuen Tibet Seite. Nach und nach wird es hier Informationen über Tibet geben. Geschichte, Politik, die Besetzung durch China, der Kampf des Dalai Lama etc.

23.11.2009

Peking (AP) Der Gründer einer Website für tibetische Kunst und Literatur ist nach Informationen von Exiltibetern wegen Enthüllung von Staatsgeheimnissen zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht im chinesischen Gannan in der südwestlichen Provinz Gansu habe das Urteil gegen Kunchok Tsephel nach einem nicht-öffentlichen Prozess am 12. November gefällt, erklärte die in Washington ansässige Organisation International Campaign for Tibet am Dienstag. Einige der Anklagepunkte gegen den 39-Jährigen sollen sich auf Inhalte seiner einflussreichen Website Chodme bezogen haben. Zudem soll er Informationen über die Proteste gegen die chinesische Regierung im vergangenen Jahr weitergeleitet haben. Tsephel war Ende Februar von der Polizei festgenommen worden.

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China attackiert Rüttgers wegen des Dalai Lama

Peking/Düsseldorf (hüw) NRW-Regierungschef Jürgen Rüttgers, der sich zu einem mehrtägigen Besuch in China aufhält, ist von der Führung in Peking wegen der Haltung Deutschlands zum Dalai Lama kritisiert worden. Die „Westfalenpost“ spricht von einem Eklat. Demnach kam der stellvertretende Ministerpräsident der Volksrepublik China, Zhang Dejiang, auf das Thema selbst zu sprechen. In scharfer Form habe er den freundlichen Umgang in Deutschland mit dem Religionsoberhaupt der Tibeter attackiert.

Rüttgers hat den Dalai Lama mehrfach getroffen, zuletzt im Mai 2008 nach den März-Unruhen in Tibet. Nachdem damals kein Mitglied der Bundesregierung den Dalai Lama hatte empfangen wollen oder können, waren Rüttgers und Bundestagspräsident Norbert Lammert (beide CDU) in Bochum mit ihm zusammengetroffen. Dabei bekräftigten sie, dass Deutschland die Anliegen der Tibeter unterstützen werde. „Das tibetische Volk braucht unsere Solidarität“, so Rüttgers. Der Dalai Lama bezeichnete es als Sinn seiner Europa-Reise, für menschliche Werte und religiöse Harmonie werben zu wollen. Es war sein erster Europa-Aufenthalt nach den Unruhen.

Beim Treffen mit Rüttgers warf Zhang dem Dalai Lama jetzt erneut vor, die innere Sicherheit und die Identität Chinas zu gefährden. Rüttgers wies dies laut Zeitungsbericht zurück und bezog klare Position für die Rechte des tibetischen Religionsoberhaupts.

Rüttgers, der von einer 50-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet wird, will die wirtschaftlichen Beziehungen ausbauen. Über 2000 Unternehmen aus NRW haben bereits in China investiert. Im Energie- und Umweltbereich sieht der NRW-Regierungschef gute Kooperationsmöglichkeiten.

01.10.2009

Im Vorfeld der Feierlichkeiten zur Gründung der Volksrepublik China vor 60 Jahren haben die Behörden ausländischen Touristen erneut die Einreise nach Tibet verboten. Vom 24.9. bis zum 8.10. dürften Ausländer Tibet nicht besuchen, so berichtet AFP mit Bezug auf eine Mitarbeiterin des staatlichen Tourismusbüros der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Augenzeugen zufolge wurden auch die Sicherheitskräfte in Lhasa verstärk

Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua verlautbarte das chinesische Zentralkomitee, die Partei wolle eine „massive, gründliche und andauernde Erziehungskampagne über ethnische Einheit starten“. Diese Entscheidung folgte auf die blutigen Zusammenstöße zwischen Angehörigen der muslimischen Minderheit der Uiguren und Chinesen in der Region Xinjiang. Vermutlich zielt die Kampagne gleichfalls auf Tibet ab, wo die Menschen seit den Unruhen des letzten Jahres verstärkt der „Patriotischen Erziehungskampagne“ ausgesetzt sind.

Bereits am 8. September hatte Xizang Ribao (Tibet Daily) berichtet, dass die chinesischen Behörden in der Autonomen Region Tibet (TAR) die Kampagne „Hartes Durchgreifen“ vor dem 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik am 1. Oktober wieder aufnehmen wollten. Als die Kampagne „Hartes Durchgreifen“ zuletzt am 18. Januar 2009 in Gang gesetzt wurde, dauerte sie 42 Tage, während derer insgesamt 5.766 Tibeter auf Verdacht festgenommen und verhört wurden. Die Behörden gaben nie bekannt, wie viele von diesen Verdächtigen wieder freigelassen wurden und wie viele noch inhaftiert sind.

27.08.2009

Die meisten der in China transplantierten Organe stammen einer staatlichen Zeitung zufolge von hingerichteten Gefangenen. Rund 65 Prozent der Spenderorgane kämen aus dem Todestrakt, schrieb die Zeitung „China Daily“. Das Blatt zitierte den stellvertretenden Gesundheitsminister Huang Jiefu, der in seltener Offenheit die Zahlen präsentierte. Seinen Worten nach müssten die Häftlinge zwar ihr schriftliches Einverständnis für die Organspende geben. Sie seien jedoch keine angemessene Quelle für Organtransplantationen, so Jiefu.

Den zum Tode Verurteilten werden nach der Exekution Nieren, Leber, Hornhäute und andere Organe entnommen. Chinesische Transplantations-Spezialisten gehen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sogar davon aus, dass nicht nur 65 Prozent der transplantierten Organe von Hingerichteten stammen, sondern sogar 90 Prozent.

Rund 1,5 Millionen Chinesen warten derzeit auf ein Spenderorgan, jährlich werden aber nur rund 10.000 Transplantationen vorgenommen. Nach konfuzianischer Tradition soll der Körper eines Toten aus Achtung vor den Vorfahren unversehrt bleiben, die meisten Chinesen verweigern daher eine Organspende.

Wie gut, dass man die Vorfahren der Hingerichteten nicht achten muss…

In China werden jährlich mehr Menschen hingerichtet als in allen anderen Ländern weltweit zusammen! Und das nach den „offiziellen“ Zahlen gerechnet. Die Dunkelziffer liegt viel höher. Die genaue Anzahl ist ein Staatsgeheimnis.

Todesurteile können in China wegen 70 verschiedenen Delikten (!) verhängt werden, nicht selten unmittelbar nach der Verkündigung vollzogen. Wie ein mittelalterliches Schauspiel in der Öffentlichkeit, teilweise mit Liveübertragung für das Fernsehen, vor großem Publikum vollzogen – auch in den Stadien, in denen wir so fröhlich Olympische Spiele gefeiert haben. Trotz weltweiter Proteste seit vielen Jahren werden sogar jugendliche Straftäter in aller Öffentlichkeit gehängt oder erschossen.

Menschen werden dort nicht nur für Mord und Vergewaltigung getötet. Auch wegen Bestechung, Geldfälschung, Scheckfälschung, Steuerhinterziehung, Diebstahl, Zuhälterei, Spionage, Befehlsverweigerung, Brandstiftung, Diebstahl, Gewalttätigkeit und Veruntreuung, Umsturzversuchen und aus politischen Gründen etc. wartet der Henker.

Es ist mir immer wieder völlig unverständlich, wie wir mit diesem Regime Geschäfte machen können. Wieso es Leute gibt, die behaupten, in China würde alles ach so toll sein und gleichzeitig die USA für ihre Todesstrafe verurteilen. Die Welt ist krank :(

Quelle</a (Quelle)

17.08.2009

Süddeutsche Zeitung, 8.8.09: “Olympia in China war ein Fehler”. Eine Außenansicht von Manfred von Richthofen

Lehren aus Peking, Lehren aus Sotschi: Das IOC darf Olympia nur noch an Länder vergeben, die die Menschenrechte achten.
Die Olympischen Spiele in Peking, die an diesem Samstag vor einem Jahr eröffnet wurden, waren kein Ruhmesblatt in der Geschichte des Sports. Gewiss, organisatorisch hat alles gut funktioniert. In dieser Hinsicht waren es Spiele der Superlative: Die Eröffnungs- und Schlussfeiern waren spektakulär inszeniert, die Wettkämpfe perfekt organisiert; selbst der Verkehr wurde gedrosselt, um bessere Luft zu garantieren. Die Organisatoren hatten keine Mühe gescheut, Spiele der Superlative zu veranstalten. Noch in Jahrzehnten werden prächtige Olympiabauten Zeugnis ablegen von den Spielen 2008 in Peking.

Doch zu welchem Preis! Die olympische Idee, die auch den Menschenrechten verpflichtet ist, wurde in Peking in Frage gestellt. Das Versprechen der Organisatoren vor Vergabe der Spiele, dass deren Ausrichtung auch die Menschenrechte in China verbessern würde – es wurde nicht eingelöst. Schon vor den Spielen wurden Regierungskritiker unter Hausarrest gestellt oder in Haft genommen.

Die Armen haben verloren

Viele Bewohner von Peking mussten ihre Häuser für den Bau von Sportstätten räumen, ganze Armenviertel wurden plattgewalzt. Wanderarbeiter mussten teils unter unmenschlichsten Bedingungen auf den Olympia-Baustellen arbeiten, sie hatten weder geregelte Arbeitszeiten noch geregelten Lohn, manche wurden wie Sklaven gehalten. Die Medien, allen voran das Internet, wurden trotz gegenteiliger Versprechungen der Regierung streng zensiert. Die Pressefreiheit, die die Organisatoren gemäß der Olympischen Charta unbedingt verpflichtet waren, zu garantieren, wurde in vielerlei Hinsicht eingeschränkt.

Zwar hatte die Regierung ausländischen Journalisten vor und während der Spiele mehr Bewegungsfreiheit eingeräumt – eine Regelung, die sogar nach den Spielen weitgehend erhalten blieb. Aber diese vermeintliche Pressefreiheit wurde zugleich nach Belieben außer Kraft gesetzt, wie man nach den Ausschreitungen in Tibet im Frühjahr 2008 beobachten konnte. Sie galt ohnehin nur für ausländische Korrespondenten, nicht für chinesische Journalisten.

Olympische Idee mit Füßen getreten

Diese Einschränkung hätte das Internationale Olympische Komitee (IOC) nicht akzeptieren dürfen. Doch es schwieg, beschönigte und gab sich in Peking derart zurückhaltend, dass die Ideale der olympischen Idee mit Füßen getreten wurden. Denn die “Achtung universell gültiger fundamentaler ethischer Prinzipien” und “die Wahrung der Menschenwürde” gehört zu den grundlegenden Prinzipien der Olympischen Charta. IOC-Chef Jacques Rogge betonte in Interviews zwar mehrmals, dass das IOC durchaus den Menschenrechten verpflichtet ist. Den hehren Worten aber folgten keine Taten.

Eine einzige Konsequenz aus den Spielen in Peking hat das IOC bislang gezogen: Einen Fackellauf, wie ihn die Chinesen zur eigenen Glorifizierung und sogar zur politischen Demonstration auf dem (tibetischen) Mount Everest missbraucht haben, soll es in Zukunft nicht mehr geben. Doch die Abschaffung dieses unwürdigen PR-Spektakels, das internationale Entrüstung ausgelöst hatte, reicht als Konsequenz aus den Erfahrungen in Peking keineswegs aus.

Vehemente Verstöße gegen die Menschenrechte, mit denen sich das IOC in Peking nicht befassen wollte, sind kein singuläres Phänomen. Sie werden immer dort auf der Tagesordnung stehen, wo die Menschenrechte missachtet werden. 2014 sollen die Winterspiele in der russischen Stadt Sotschi ausgetragen werden. Schon jetzt zeichnen sich dort ähnliche Probleme ab, wie man sie auch in China beobachten konnte.

Sotschi = Peking?

Von wirklicher Pressefreiheit kann in einer von der russischen Regierung dominierten Medienlandschaft keine Rede sein. Kritische Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und sogar deren Anwälte werden auf offener Straße regelrecht hingerichtet. Und die Morde werden in der Regel nicht aufgeklärt, die Täter oder deren Hintermänner nicht zur Rechenschaft gezogen. Regimekritiker und die Kritiker der Winterspiele werden heute schon bedroht, unterdrückt und verfolgt.

Mit Enteignungen muss man natürlich auch in demokratischen Staaten jederzeit rechnen – doch können dort dagegen Rechtsmittel eingelegt werden. In Sotschi aber beschweren sich jetzt schon Haus- und Grundstückseigentümer über mangelnde Transparenz, fehlende Informationen oder Willkür der Behörden bei Enteignungen. Bei der Vorbereitung dieser Winterspiele zeichnen sich ähnliche Menschenrechtsverletzungen ab wie in China. Das IOC sollte dies aber nicht einfach so hinnehmen.

Es wäre gut beraten, die Einhaltung gewisser Menschenrechtsstandards bei Ausschreibung der Spiele zur Bedingung zu machen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat dazu Vorschläge unterbreitet, die die Verantwortlichen des IOC sich zu eigen machen sollten. Die Menschenrechtler fordern vom IOC keineswegs, dass es auf die Einhaltung des gesamten Kanons der “Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte”, der Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen also, bestehen soll – auch wenn diese eigentlich universell gültig ist.

Mehr Regelungen nötig

Das IOC müsste aber auf jenen Menschenrechten bestehen, die bei der Austragung der Spiele relevant sind. So ist vor allem die Presse- und die Versammlungsfreiheit unverzichtbar. Ebenso dürfen regimekritisch eingestellte Bürger zumindest während der Spiele nicht in Haft genommen werden. Wanderarbeiter dürfen nicht für die Olympische Spiele ausgebeutet werden.

Man weiß von unterlassener Bezahlung, gefährlichen Arbeitsbedingungen, körperlicher Misshandlung, auch von Zwangsarbeit. Dieses Problem muss in den notwendigen Vereinbarungen zwischen IOC und dem jeweiligen Ausrichterland geregelt werden. Ebenso sind unverhältnismäßige Enteignungen im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen zu unterlassen. Das ist nicht zu viel verlangt.

Schon mehrmals in seiner jüngeren Geschichte hat das IOC bewiesen, dass es in der Lage ist, auf Missstände zu reagieren. Nach all den Dopingskandalen bei Olympia und anderen Großereignissen gründete es die globale Anti-Doping-Agentur Wada mit. Die internen Korruptionsaffären führten zur Einrichtung einer Ethik-Kommission, die zunehmenden Umweltprobleme zur Akzeptanz von Umweltstandards. Es ist höchste Zeit, dass das IOC bei der Vergabe der Spiele auch Menschenrechtstandards berücksichtigt. Es muss die Länder, die die Spiele austragen, zu deren Einhaltung verpflichten.

Manfred Freiherr von Richthofen, 75, ist Ehrenpräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Süddeutsche Zeitung, 7.8.09, von M. Grzanna
China: Geschäft geht vor Menschenrechte – Ignoranz zahlt sich aus

Kurzlebige Empörung: Ein Jahr nach den Olympischen Spielen in Peking fühlen sich die Sponsoren bestätigt. Aus ihrer Sicht war es richtig, den Forderungen der Menschenrechtler nicht nachzugeben.

Wolfgang Bentheimer ist nicht unbedingt der Typ, den man gemeinhin als ausgesprochen athletisch bezeichnet. Das ist nicht sonderlich tragisch, der Mann ist keine 30 mehr. Dennoch räumte der Adidas-Chinachef bei den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr in Peking besser ab als jeder Sportler. 51 Mal stand Bentheimer ganz oben auf dem Podest, zumindest im übertragenen Sinn als Ausrüster der chinesischen Olympiamannschaft.

Die Großveranstaltung startete am 8. August 2008. Ein Jahr danach erinnert sich der Franke gern: “Die Spiele waren für Adidas ein Erfolg. Sie waren eine optimale Plattform, um unsere Präsenz in China zu steigern”, sagt er.

Tief vergraben im Bewusstsein der Sponsoren ist offenbar der Sturm der Entrüstung bei der Menschenrechtsbewegung. Als im März 2008 in Tibet Blut floss, gerieten auch die deutschen Olympia-Geldgeber wie Adidas und Volkswagen ins Visier der Proteste.

Sicherheitsbeamte in Adidas-Anzügen

Bei den zum Teil aggressiven Demonstrationen am Rande des olympischen Fackellaufs schützten chinesische Sicherheitsbeamte in Adidas-Anzügen das Feuer vor Übergriffen.

Die Empörung beschränkte sich nicht auf die großen Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch oder Amnesty International.

Selbst Gruppen wie der Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre verlangten eine klare Positionierung der deutschen Firmen gegen das Vorgehen der chinesischen Regierung in Tibet. Viele forderten ein Ende des Olympia-Sponsorings und warnten vor einem Imageschaden der Unternehmen.

Doch nicht ein einziger Sponsor kam der Forderung nach: keine Kritik an der chinesischen Regierung und schon gar kein Ende des finanziellen Engagements. “Die Unternehmen haben richtig gehandelt, weil sie nichts an der Situation hätten ändern können, ihnen aber drakonische Strafen von den Chinesen gedroht hätten”, sagt der Schweizer Wirtschaftsethiker Stephan Rothlin, der seit mehr als einem Jahrzehnt in China lebt und arbeitet.

Es sei wichtig in China, sich der Regierung gegenüber freundlich zu zeigen. Danach erst könne man als ausländisches Unternehmen überlegen, wo man wirklich positiven Einfluss üben kann. “Das sind in der Regel die unspektakulären Bereiche”, sagt Rothlin.

Hilfst du mir, dann helfe ich dir

Freundschaft wird in China sehr funktional gehandhabt: Hilfst du mir, dann helfe ich dir. Wer das Spiel beherrscht, profitiert davon. “Volkswagen wird dank unseres Olympia-Engagements als ein zuverlässiger Partner geschätzt. Wegen dieses Engagements konnten wir auch nach den Spielen unsere Marketing-Aktivitäten in China besser umsetzen”, sagt VW-Chinachef Winfried Vahland.

Die Zahlen sprechen für sich. Im Sog der Olympischen Ringe verkaufte der VW-Konzern im vergangenen Jahr erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge in China. Ein Großteil davon geht an staatliche Behörden. Im ersten Halbjahr 2009 gab es einen weiteren Meilenstein. VW brachte in China mehr Fahrzeuge an den Kunden als in Deutschland.

Auch Adidas setzt in China neue Bestmarken. Schon 2008 zog China an Japan vorbei und avancierte innerhalb des Unternehmens zum zweitgrößten Markt der Welt hinter den USA. Eine Milliarde Euro will der Konzern im Reich der Mitte 2010 umsetzen.

Nationaler Tag der Fitness

Die Aussichten sind glänzend. Nicht zuletzt deshalb, weil China seinen mehr als 1,3 Milliarden Menschen seit dem olympischen Abenteuer regelmäßig eine gehörige Portion Sport verordnet: Der 8. August ist zum Gedenken der Olympia-Eröffnungsfeier zum nationalen Tag der Fitness erkoren worden. Und den meisten Chinesen fehlt noch eine geeignete Sportkluft.

“Wir sind gut positioniert, um in China weiter zu wachsen”, sagt Chinachef Bentheimer. Das Land ist jedoch nicht nur als Abnehmer wichtig, sondern vor allem auch als Produktionsstandort. Die Adidas-Gruppe bezog – Stand Ende 2008 – Produkte von 268 Lieferanten aus China.

Fast die Hälfte der Warenpalette des Konzerns wird in China produziert. VW wiederum ist mit zwei Joint Ventures im Land vertreten. Mehr als eine Million Fahrzeuge produzieren die Wolfsburger im Land, und der Absatz soll bis 2018 auf zwei Millionen verdoppelt werden.

Angesichts dieses Potentials für ausländische Investoren blieb das Organisationskomitee der Pekinger Spiele gelassen, als die Sponsoren wegen Tibet unter Druck gerieten.

Die Strategie ist aufgegangen

“Die Sponsoren haben damals erkannt, dass die Welle der Empörung eine kurzfristige Sache sein würde. Wir waren uns sicher, dass sie zu uns stehen würden. So sind die Realitäten des Weltmarkts”, sagt ein Mitglied des inzwischen aufgelösten Komitees. Es sei eher das Internationale Olympische Komitee gewesen, das nervös geworden sei und den Absprung der Partner befürchtete.

Die Strategie der Olympia-Sponsoren ist also aufgegangen. In China laufen die Geschäfte glänzend, im Rest der Welt ist Tibet schon lange kein Thema mehr. Für VW-Chinachef Vahland war der Sommer 2008 sogar die schönste Zeit, die er im Land erlebt hat: “Ich glaube, dass es für jeden Mitarbeiter, der an den Vorbereitungen zu Olympia beteiligt war, eine unvergessliche Zeit gewesen ist, die man gerne wieder erleben würde.”

17.06.2009 

His Holiness Dalai Lama Awarded Honorary Citizenship of Paris
Published: Monday, 8 June, 2009

Paris, France, 7 June 2009 – This afternoon His Holiness received the diploma of Honorary Citizen of Paris from Mr Bertrand Delanoë, the Mayor, at a ceremony held in the historic building of the Hôtel de Ville (City Hall). After greeting His Holiness as he arrived by car in the inner courtyard of the building and accompanying him up the magnificent central staircase, Mr Delanoë said it was his great pleasure to honour His Holiness with this title, which symbolises the spirit of Paris—freedom, human rights, dignity, and dialogue amongst peoples and cultures. He reaffirmed his solidarity and understanding of the Tibetan people’s struggle for justice and their own identity.

23.04.2009

Tibeter wegen Brandstiftung zum Tode verurteilt – EILAKTION
Unter dem Vorwurf der Brandstiftung mit Todesfolge haben chinesische Gerichte erstmals Todesurteile im Zusammenhang mit den Unruhen im Frühjahr 2008 verhängt. Zwei Todesurteile können sofort nach der Bestätigung durch den obersten Gerichtshof vollstreckt werden, drei Todesstrafen wurden mit zweijährigem Vollstreckungsaufschub verhängt. Weitere Tibeterinnen und Tibeter erhielten Strafen zwischen 10 Jahren und lebenslänglich.

[Welt online 08.04.2009, AP 21.04.2009]

Zahlreiche internationale Tibet- und Menschenrechtsorganisationen verurteilen die Urteile aufs Schärfste. Unter anderem appellieren auch Václav Havel, Prince Hassan Bin Talal, Desmond Tutu, Vartan Gregorian and Yohei Sasakawa an China, die gegen die Tibeter verhängten Todesurteile zu widerrufen und ein Verfahren nach internationalen Standards zu gewährleisten.

[TID Pressemitteilung 08.04.2009, The Guardian 15.04.2009]

EILAKTION: Fordern Sie das Oberste Volksgericht auf, die Todesurteile aufzuheben!
Die Tibet Initiative Deutschland ruft zu einer Eilaktion auf, um die Vollstreckung der Todesurteile zu verhindern. Appellieren auch Sie an das Oberste Volksgericht Chinas!

Neuigkeiten:

Golok Jigme auf internationalen Protest hin freigelassen
Der Mönch Golok Jigme, der Dhondup Wangchen bei den Dreharbeiten zum dem erschütternden Film „Leaving Fear Behind“ unterstützt hatte, ist nach Informationen der Vereinigung tibetischer Journalisten (ATJ) am 20. April in Labrang, Bezirk Xiahe, Osttibet, freigelassen worden. Golok Jigme war erstmals im März 2008 festgenommen, im Oktober freigelassen und im Februar abermals verhaftet worden. Dhondup Wangchen befindet sich weiterhin in Haft.

Am 30. März erlag ein tibetischer Mönch im Bezirk Drango, TAP Kardze, Provinz Sichuan den Verletzungen, die er aufgrund von schweren Misshandlungen und Schlägen durch chinesische Militärpolizisten erlitten hatte. Berichten des Tibetischen Zentrums für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) zufolge hatte der 27jährige Phuntsok zuvor auf Flugblättern seine Solidarität mit den Opfern des März 2008 bekundet und seine Landsleute zum Landwirtschafts-Boykott aufgerufen.

Gegen die tibetischen Bauern im Bezirk Drango, die sich in einem Akt des zivilen Ungehorsams der Bestellung ihrer Felder verweigert haben, wird seit kurzem gewaltsam vorgegangen. Als sich am 27. März 2009 einige Bauern weigerten, dem Befehl der Behörden Folge zu leisten, wurden sie festgenommen, schwer misshandelt und geschlagen. Dem TCHRD zufolge erlitten vierzehn Tibeter Verletzungen, einige davon schwere.

Mehr Nachrichten bei http://www.tibet-initiative.de/de/

30.03.2009

Eine Überraschung?
Nicht wirklich… aber schön, dass auch Otto Normal langsam mitbekommt, was China so treibt. Nur ändern wird es nichts… man ist ja jetzt schon bemüht, China nicht direkt anzusprechen… wichtiger Handelspartner, ich weiss Frau Merkel…
Ich frage mich, welchen Grund die CIA oder die Russen haben sollten, ausgerechnet den Dalai Lama bespitzeln zu lassen.. und, dass die Rechner in China stehen, ist sicher auch Zufall, genauso wie der chinesische Anruf bei einem Diplomaten nach einer Einladung per Mail an seine Heiligkeit…

Die FAZ berichtet:

Spionagenetz entdeckt
Kanadische Wissenschaftler haben ein riesiges Spionagenetz entdeckt, das Computer in aller Welt geknackt und tausende Dokumente gestohlen hat. Betroffen sind einem Bericht der „New York Times“ zufolge auch Botschaften, Außenministerien und andere staatliche Behörden sowie die Büros des Dalai Lama in Indien, Brüssel, London und New York.
Die noch laufende Operation, von den Forschern „GhostNet“ (Geisternetz) genannt, hat in weniger als zwei Jahren mindestens 1295 Computer in 103 Ländern infiltriert. Das System wird fast ausschließlich von Rechnern in China kontrolliert, eine Verstrickung der chinesischen Regierung ließ sich jedoch nicht nachweisen, berichtete die Zeitung am Sonntag. Wie bei „Big Brother“ können die Spione mit ihrer Software auf den infizierten Computern auch die Kamera und Tonaufnahme anschalten und so den betreffenden Raum überwachen. Ob diese Funktion genutzt wurde, wissen die Forscher nicht.

Die Experten vom Munk-Zentrums für Internationale Studien an der Universität von Toronto kamen dem Netzwerk auf die Spur, als sie im Auftrag des im Exil lebenden tibetischen Führers Dalai Lama dessen Computer auf schädliche Software hin untersuchten.

Der Sekretär des tibetischen Führers, Chhime Choekyapa, sagte in Neu Delhi auf Anfrage: „Wir sind bereits vor geraumer Zeit darüber informiert worden, dass sich Außenstehende Zugang zu unseren Computern verschafft haben. Allerdings haben wir keinerlei Informationen darüber, wer hinter diesen Angriffen steckt.“ Angaben über Konsequenzen – etwa verschärfte Sicherheitsvorkehrungen – machte Choekyapa nicht.

Obwohl drei der vier Kontrollserver in China stehen, vermieden die Forscher eine Schuldzuweisung an die Regierung in Peking. Dafür seien die Vorgänge im Untergrund des Internet zu kompliziert, sagte der Politikwissenschaftler Ronald Deibert vom Munk-Zentrum. „Es könnte genauso gut die CIA sein oder die Russen. Es ist ein düsteres Reich, von dem wir da den Schleier heben.“

Ein Sprecher des chinesischen Konsulats in New York verwahrte sich gegen eine mögliche Beteiligung seiner Regierung. „Das sind alte Geschichten, und sie sind Blödsinn“, sagte Wenqi Gao. China lehne jede Form von Computerkriminalität ab.

Zumindest in einem Fall hatte die Spionageaktion dem Bericht zufolge jedoch auch reale Auswirkungen. Nachdem ein Büro des Dalai Lama einem ausländischen Diplomaten per E-Mail eine Einladung schickte, rief die chinesische Regierung bei dem Mann an, um ihm von dem Besuch abzuraten.

29.03.2009

50 Jahre „Befreiung Tibets“
Sie müssen fröhlich sein, tanzen und singen

Von Till Fähnders, Peking

Derzeit können die Bilder offenbar gar nicht eindeutig genug sein. Vor einigen Tagen kursierte in der chinesischen Presse ein Foto von sechs Tibetern mit ulkigen Fellmützen auf dem Kopf. Sie grinsten breit in die Kamera, hielten ein Poster hoch, auf dem die Köpfe der früheren Kommunistenführer Mao Tse-tung, Deng Xiaoping und Jiang Zemin als ewige Herren über dem Pekinger Tor zum Himmlischen Frieden schwebten. „Das Jiaba-Dorf feiert den Jahrestag der Befreiung von einer Million Sklaven in Tibet“ stand in gelber Schrift auf einem roten Banner, das über die bemützten Häupter der Tibeter gespannt war.

Den Zwangsfeiertag der „Befreiung Tibets von der Sklaverei“ am Samstag hatte die Regierung Anfang dieses Jahres erfunden. Am 28. März 1959, an den nun jedes Jahr erinnert werden soll, hatte der damalige Ministerpräsident Tschou En-lai die Auflösung der tibetischen Regionalregierung verkündet. Zuvor hatte die Volksbefreiungsarmee den Aufstand der Tibeter blutig niedergeschlagen, und der Dalai Lama war ins Exil nach Indien geflohen.

„Unruhen im Keim ersticken“

Den Erinnerungen an diese Ereignisse sowie an die tibetischen Unruhen vor einem Jahr wollte die Regierung nun ihr eigenes Gedenken entgegensetzen. Deshalb mussten die Tibeter zur Feier ihrer „Befreiung“ jetzt tagelang fröhlich sein, singen und tanzen. Dabei hat das chinesische Militär das tibetische Hochland seit Wochen abgeriegelt, um Unruhen „im Keim zu ersticken“.
Gleichzeitig wurde eine gewaltige PR-Kampagne gestartet. Die Flut einseitiger und polemischer Tibet-Artikel, die derzeit stündlich von der staatlichen Presse publiziert werden, stellt selbst die Propaganda nach den Unruhen vor einem Jahr in den Schatten. Im Internet hat die chinesische Staatspresse Sonderseiten gestartet, Kinos mussten einen zwanzig Minuten langen Film zeigen, und in Peking wurde sogar eine Oper über die „Befreiung“ aufgeführt.

„Herrschaft der feudalen Sklavenhalter“

Kernstück der Offensive ist eine Ausstellung im Pekinger Minderheitenpalast, zu der auch ausländische Journalisten und Diplomaten geladen wurden und die mittlerweile Hunderttausende Chinesen besucht haben sollen. Vor 1959 sei es in Tibets Gesellschaft „dunkel und grausam“ zugegangen, heißt es auf einer Schautafel am Eingang: „Unter der theokratischen Herrschaft der feudalen Sklavenhalter mussten die einfachen Menschen sowohl politische als auch geistige Unterdrückung erleiden.“
Das grob vereinfachende Geschichtsbild teilt die damalige Gesellschaft Tibets in reiche und brutale Feudalherren und arme und gequälte Leibeigene auf. Dabei hatte das Hochland eine vielschichtige Gesellschaft. Doch weil ein großer Teil des Bodens den Klöstern und dem buddhistischen Klerus gehörte, rechnet die Regierung in Peking nun kurzerhand aus, dass mehr als 90 Prozent der Tibeter angeblich „Leibeigene“ waren. Allein Chinas Erzfeind, der Dalai Lama, soll Herr über 6000 Sklaven gewesen sein.

Kaum Zweifel

Die meisten Chinesen folgen treu dieser Linie der kommunistischen Führung. Dass ihre Vorstellungen sich deutlich von dem unterscheiden, was die Tibeter denken, kommt ihnen nicht in den Sinn. Zweifel an der offiziellen Darstellung werden nur sehr selten geäußert. „Ich weiß über Tibet nur das, was in den Schulbüchern steht“, sagte vor kurzem ein junger chinesischer Journalist, der für ein staatliches Medienunternehmen arbeitet.
An diesem Morgen sind es vor allem Rentner, die sich über die Schaukästen der Ausstellung mit den Stempeln, Siegeln und Dokumenten beugen, mit deren Hilfe die chinesische Regierung ihre Herrschaft über Tibet legitimieren will.
An den Wänden der Ausstellungshalle hängen Bilder und Schautafeln, die das Hochland vor dem Einmarsch der Chinesen als rückständig und mittelalterlich zeigen. Die Gegenstände und Fotos sind weder datiert, noch wird erklärt, woher sie stammen. Ein Bild zeigt einen abgemagerten Tibeter in zerfetzter Kleidung, in Ketten gelegt und mit einer Spitzhacke ausgerüstet, mit der er ein karges Feld bearbeitet. Daneben ein Holzkäfig, Handschellen und Peitschen in Glasvitrinen. Ein Exponat soll „den starken Kontrast zwischen dem Leben der Sklaven und dem ihrer Herren“ demonstrieren, wie es auf einer Plakette heißt: links die armselige Hütte des einfachen Tibeters, rechts der leuchtende Palast der Lamas.

Schlichte Botschaften

Einfältiger scheint es nicht mehr zu gehen, aber die Verzerrung der Historie setzt sich bis in die Darstellung jüngerer Ereignisse fort. Farbe kommt erst mit dem Einmarsch der Kommunisten ins Bild. In einer Halle werden die Errungenschaften seit Beginn der „demokratischen Reformen“ gepriesen. Die Greuel der Kulturrevolution, während deren die Tibeter ihre Religion nicht ausüben durften und die meisten Klöster geschlossen oder von den fanatischen Roten Garden zerstört worden waren, bleiben dagegen unerwähnt. Auch dass Tibet derzeit unter einem „unerklärten Kriegsrecht“ steht, wie Exiltibeter beklagen, erfährt hier niemand.

Die Geschichte ist in China das, was die Regierung braucht, um den Status quo rechtfertigen zu können. Schwarz und Weiß, Arm und Reich, brutale Herrschaft und klägliche Unterdrückung: Die Botschaften, die Chinas Regierung auf allen Kanälen verbreitet, sind brachial schlicht. Die Mittel sind Wiederholung und Vereinfachung. In der vergangenen Woche reiste eine Gruppe von Tibetologen und Religionsführern unter dem Leiter der tibetischen Volkskongress-Delegation Shingtsa Tenzinchodrak durch Nordamerika, um die chinesische Tibet-Politik zu verteidigen.

„Vielen Menschen im Westen fehlen Informationen über Tibet, oder sie werden von den Berichten westlicher Medien in die Irre geführt“, sagte Shingtsa Tenzinchodrak nach Angaben der „China Daily“. „Das ist der Grund, aus dem wir hier sind – der Welt mit unseren Geschichten vom wirklichen Tibet zu erzählen.“ Der von der chinesischen Presse als „Lebender Buddha“ bezeichnete Delegationsleiter verglich die „Befreiung“ Tibets vor 50 Jahren mit dem Ende der Sklaverei in den Amerika.

Kritik auch an Darstellung in deutschen Medien

Public-Relations-Touren wie diese waren bislang wenig erfolgreich. Sie werden vor allem von der chinesischen Staatspresse für ihre tendenziösen Artikel ausgeschlachtet, von den Medien an Ort und Stelle aber weitgehend ignoriert. Auch in Deutschland bemühen sich die Botschaft und Konsulate, den chinesischen Standpunkt zu Tibet zu verbreiten. Deutsche Journalisten werden zu „Exklusivinterviews“ mit regimefreundlichen Tibetologen eingeladen, bekommen Links zu Propaganda-Websites zugemailt. Vor wenigen Tagen verschickte die chinesische Botschaft auch eine „Stellungnahme zu Tibet in den deutschen Medien“, in der sie ihre „große Unzufriedenheit und entschiedene Ablehnung“ mit der deutschen Presse kundtat. Sie forderte die Medien in Deutschland auf, „das separatistische Wesen“ des Dalai Lamas und seiner Anhänger zu „durchschauen“.

Das geistliche Oberhaupt der Tibeter ist das Lieblingsziel der chinesischen Polemik, die ihn gern als „Heuchler“ und „Wolf in Mönchskutte“ beschimpft. Die Regierung in Peking versucht, den Friedensnobelpreisträger international zu isolieren. Sie setzt ihr wachsendes wirtschaftliches und politisches Gewicht gegen den 73 Jahre alten Tibeter ein. Schon seit Monaten zeigt China den Franzosen die kalte Schulter, weil sich Präsident Nicolas Sarkozy in Polen mit dem Dalai Lama getroffen hatte.

Zuletzt hat Peking offenbar auch in Südafrika interveniert, wo der Dalai Lama eine Friedenskonferenz besuchen wollte. Ihm wurde die Einreise verweigert. Die chinesische Botschaft in Pretoria berichtete, dass sie die Südafrikaner zuvor „eindringlich gewarnt“ habe, dass die Anwesenheit des Tibeters „Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen“ haben könnte. Ob dies der eigentliche Grund war, das Visum für den Dalai Lama zu verweigern, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Die Konferenz wurde jedenfalls abgesagt – und Südafrika hatte vor den Augen der Welt sein PR-Desaster. Das Außenministerium in Peking dagegen lobte Südafrikas Regierung indirekt für ihr Verhalten: Die Volksrepublik applaudiere den Ländern, die „Chinas Souveränität und territoriale Integrität“ respektierten, sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Art, wie Peking in der Tibet-Frage auf seinen Standpunkt pocht und ihn in seiner Kampagne vertritt, könnte sich in Zukunft auch anderswo zeigen. Die Regierung ist beispielsweise unzufrieden mit dem Bild, das China im vergangenen Jahr während der Olympischen Spiele gezeigt hat, und will nun weltweit sein Image aufbessern. Sie will Milliarden in den Ausbau von fremdsprachigen Nachrichtenangeboten stecken und diese weit verbreiten. Das Staatsfernsehen CCTV hat in diesem Jahr vor, ein arabisches und ein russisches Programm zu starten. Angeblich soll das eine Art chinesisches Al Dschazira werden.

15.03.2009

Mandalas – vergängliche Kunstwerke

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Sechs Mönche aus dem Kloster Sera Jhe, Südindien, streuten Anfang März auf Einladung des Tibetischen Zentrums im Hamburger Völkerkundemuseum ein Sandmandala.

Fotos von dieser beeindruckenden Kunst:
http://www.tibet.de/aktuelle-seiten/mandala-2009.html

InTibet waren und sind die Mandalas sehr verbreitet. Sie werden zum Meditieren genutzt. Tibetische Mandalas sind meistens sogenannte Mandala-Paläste, in die man von oben hineinblickt. In einem Mandala-Palast befinden sich verschiedene Buddhas. Diese vBuddhas im Mandala-Palast sollen durch Meditation des Betrachters visualisiert werden und somit für den Betrachter zum Leben erweckt werden.

Mandalas stellen ein dreidimensionales Objekt zweidimensional dar. Die dreidimensionale Form des Objektes soll jeder für sich optisch und geistig erzeugen. Im Vajrayana Buddhismus wird diese Form der Meditation sehr oft verwendet. Je abstrakter die Mandalas dargestellt sind, umso höher ist der Konzentrationsgrad, welchen man durch die Meditation erreichen kann.

Mit das Wichtigste bei Sandmandalas ist das Wegwischen der in zum Teil wochenlanger Arbeit entstandenen Werke. Dies soll die Vergänglichkeit des Lebens und das Ideal von Entbindung der materiellen Welt symbolisieren.

Einige weitere Mandala Bilder:

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11.03.2009

Endlich mal eine erfreuliche Nachricht. Die US Regierung punktet bei mir nicht nur durch Dialogbereitschaft und Forschungsgeist, sie schenit es mit Menschenrechten ernst zu nehmen. Wenn sie in Bezug auf Gaza auch endlich den Kurz wechselt…. :)

(AFP)Die USA haben China nachdrücklich aufgefordert, seine Tibet-Politik zu überdenken. „Wir sind sehr besorgt angesichts der Lage der Menschenrechte in den tibetischen Gebieten“, heißt es in einer Erklärung des US-Außenministeriums in Washington. Der „schädliche Einfluss“ der chinesischen Tibet-Politik auf die Religion, Kultur und Lebensgrundlage der Tibeter habe zu Spannungen geführt. Der chinesische Außenminister Yang Jiechi wird heute bei seiner US-Kollegin Hillary Clinton in Washington erwartet.

Nötig sei ein „substanzieller Dialog“ mit Vertretern des geistlichen Oberhaupts der Tibeter, des Dalai Lama, um Tibet „wahre und dauerhafte Stabilität“ zu bringen, heißt es in der Erklärung weiter.
Am Dienstag hatte sich die blutige Niederschlagung des Aufstands der Tibeter gegen die chinesische Herrschaft zum 50. Mal gejährt. Aus diesem Anlass hatten weltweit tausende Menschen gegen die chinesische Tibet-Politik demonstriert. Der damals ins indische Exil geflohene Dalai Lama warf Peking vor, den Tibetern die „Hölle auf Erden“ bereitet zu haben.

Möglicherweise stimmt US-Kongress heute über eine Resolution ab, in der Peking aufgefordert wird, seine „Repression“ in Tibet zu beenden. China hat einen Stopp der Resolution verlangt.

08.03.2009

Zum 50. Jahrestag des Tibetischen Volksaufstands und seiner blutigen Niederschlagung durch die chinesische Volksbefreiungsarmee veranstaltet die Tibet Initiative Deutschland e.V. am 10. März 2009 unter anderem Solidaritätskundgebungen vor den offiziellen chinesischen Vertretungen in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München.

Bitte beteiligen Sie sich an unseren Solidaritätsaktionen und informieren Sie Ihre Familie und Freunde!

Mehr Infos zu wo und wann: http://www.tibet-initiative.de/de/aktionen/kampagnen/aktionstag_10_maerz_2009/

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 Im März 2008 wurde Dhondup Wangchen, tibetischer Regisseur des Dokumentarfilms „Leaving Fear Behind“ (dt. „Die Angst überwinden“), von chinesischen Sicherheitskräften verhaftet. Er befindet sich immer noch in Haft, und es gibt weder Informationen über seinen Gesundheitszustand noch über sein Gerichtsverfahren.

Zwischen Oktober 2007 und März 2008 bereiste Dhondup Wangchen zusammen mit dem tibetischen Mönch Jigme Gyatso weite Teile Tibets und drehte dabei heimlich den Dokumentarfilm „Leaving Fear Behind“.

Wangchen und Jigme zeichneten über 100 Interviews mit Tibetern auf, die sich trotz drohender Verfolgung offen über ihre Lebenssituation im besetzten Tibet äußern. In dem Dokumentarfilm berichten die Interviewten über die alltägliche Unterdrückung und Diskriminierung unter der chinesischen Herrschaft, nehmen Stellung zu den Olympischen Spielen 2008 in China und sprechen darüber, welche Bedeutung der Dalai Lama und seine Rückkehr nach Tibet für sie hat: „Dieser Film handelt von der Not des tibetischen Volkes – hilflos und frustriert“, erklärt der Regisseur Dhondup Wangchen.

Noch vor Beginn der Unruhen in Tibet Mitte März 2008 gelang es, den Film aus dem Land zu schmuggeln. Kurz darauf wurden Dhondup Wangchen und Jigme Gyatso verhaftet. Jigme Gyatso wurde am 15. Oktober 2008 nach 7 Monaten auf Bewährung aus der Haft entlassen. Er berichtete nach seiner Freilassung, dass er in dieser Zeit gefoltert und misshandelt wurde.

Der 34-jährige Dhondup Wangchen, Vater von vier Kindern, ist immer noch verschwunden. Er wurde am 26. März festgenommen und war zunächst 3 Monate im Untersuchungsgefängnis Eshilipu in Xining in Haft. Zuletzt gesehen wurde er am 12. Juli 2008. Bisher sind von den chinesischen Behörden weder Gründe für seine Verhaftung genannt, noch ist Anklage gegen ihn erhoben worden.

Helfen Sie mit, die Freilassung von Dhondup Wangchen zu erreichen! Beteiligen Sie sich an unserer Online-Petition an den Präsidenten der VR China Hu Jintao! Fordern Sie die Freilassung von Dhondup Wangchen!

Die Petition und die Unterschriften werden am 18. März 2009, internationaler Tag des politischen Gefangenen, der chinesischen Botschaft in Berlin überreicht. Eine Kopie der Unterschriften geht an die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Navanethem Pillay.

 

11.02.2009

dlama(AFP) Zum 50. Jahrestag seiner Vertreibung aus Tibet ist der Dalai Lama mit dem Deutschen Medienpreis 2008 ausgezeichnet worden. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter nahm die Auszeichnung in Baden-Baden entgegen. Der Dalai Lama habe in den 50 Jahren seines Exils „weltweite Präsenz“ erreicht und das Leben von Menschen in aller Welt beeinflusst, begründete die Jury ihre Wahl.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte in seiner Laudatio, nur mit dem Dalai Lama gebe es die Chance auf eine friedliche Verständigung zwischen Tibet und China. Der friedliche Weg, den das Tibetische Volk für seinen Kampf um kulturelle und religiöse Autonomie gewählt habe, sei ganz entscheidend auf das geistliche Oberhaupt zurückzuführen.

02.02.2009

Manchmal bringen Nachrichten etwas zum Schmunzeln:

Während einer Rede Wens vor etwa 500 Zuhörern in der renommierten britischen Universität von Cambridge war ein Mann aufgestanden und hatte einen Turnschuh auf den chinesischen Regierungschefs Wen Jiabao geworfen. Dabei rief er: „Das ist ein Skandal. Wie könnt ihr den Lügen dieses Diktators zuhören?“ Der Schuh verfehlte Wen um etwa einen Meter. (sehr, sehr schade!)

Und oh Wunder: Das chinesische Staatsfernsehen hatte Wens Rede in Cambridge übertragen, brach die Übertragung aber während der Protestaktion abrupt ab. Man kann das eigene Volk ja nicht wissen lassen, dass nicht alle so verblendet sind im Ausland.

Die chinesischen Medien vom Dienstag haben den Schuh-Wurf auf Ministerpräsident Wen Jiabao während dessen Besuchs in Großbritannien komplett verschwiegen. Einträge im Internet zu dem Thema wurden offenbar rasch gelöscht. Bei der populärsten chinesischen Suchmaschine, Baidu, gab es keinen Hinweis auf den Zwischenfall.

Schuh ist offenbar nicht gleich Schuh: Der Wurf eines irakischen Journalisten auf den damaligen US-Präsidenten George W. Bush wurde in chinesischen Medien – die alle unter staatlicher Kontrolle stehen – rasch und breit berichtet.

Eine Google-Suche nach dem Vorfall ergab einen Link zum Forum Tianya, einem der populärsten in China. Dort hatte ein Nutzer gefragt, was bei der Rede in Cambridge passiert war. Der Inhalt war aber am Dienstag schon gelöscht, Klicks auf den Link gingen ins Leere.

China kontrolliert das Internet restriktiv. Wie in allen anderen Medien des Landes werden Inhalte zensiert, die von Regierung oder Kommunistischer Partei als kritisch betrachtet werden. Selbst bei der Rede Barack Obamas zur Amtseinführung als US-Präsident wurden unliebsame Passagen einfach rausgestrichen

Ist es da nicht herzerfrischend, wenn eine Merkel sagt, Deutschland braucht China?

29.01.2009

Die Olympischen Spiele sind vorbei und kaum einer interessiert sich noch für das Thema „Tibet“ in den Medien…

Im Gegenteil, nachdem China jetzt den neuen nationalen Feiertag verkündet hat (siehe News vom 28.), liest man heute in der Zeitung:

„Die beiden größten Exportstaaten der Welt, Deutschland und China, haben am Donnerstag in Berlin vereinbart, die wankende Weltwirtschaft gemeinsam stabilisieren zu wollen. Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versicherten einander, dass ihre beiden Länder die Zusammenarbeit trotz erwarteter Rezessionen in allen Bereichen verstärken wollten. Merkel: Wir brauchen China“

In Davos in der Schweiz, werden Tibetfahnen aus Geschäften entfernt, damit sich der chinesische Premierminister Wen Jiabao auch in Davos keinesfalls an Tibet erinnern muss und in Bern wurden Exil Tibeter festgenommen, die friedlich für Tibet demonstriert hatten.

In was für einer Welt leben wir eigentlich? Wir Geld tun wir alles.. Ich könnte kotzen!!!  

28.01.2009

Updates der Tibet Initiative:

50 Jahre nach der blutigen Niederschlagung des tibetischen Volksaufstands und der Flucht des Dalai Lama ins indische Exil verkündete die chinesische Regierung einen neuen nationalen Feiertag.

Künftig soll am 28. März der „Tag der Befreiung von der Leibeigenschaft“ in Tibet gefeiert werden. Die Tibet Initiative Deutschland ist empört über die Verhöhnung tausender Opfer auf tibetischer Seite. Mit der Entscheidung zeigt die chinesische Führung deutlich, dass sie kein Interesse an einer friedlichen Lösung des Tibet-Konflikts hat.

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Trotz des harten Durchgreifens chinesischer Sicherheitskräfte kommt es nach wie vor zu Protesten in Tibet. Am 29. Dezember und 5. Januar protestierten Einzelpersonen in Kardze, bevor sie kurz darauf gewaltsam festgenommen wurden. Am 20. Januar protestierten drei Tibeter in Chamdo. Auch sie wurden umgehend festgenommen. Pema Tsepak, einer von ihnen, erlag am 23. Januar den Verletzungen, die er durch Schläge der chinesischen Sicherheitskräfte davongetragen hatte. Auch die Verhaftungen gehen weiter. Chinesischen Medien zufolge wurden 59 Menschen „wegen des Vorwurfs der Aufstachelung zu umstürzlerischem Verhalten“ festgenommen – Namen wurden jedoch nicht genannt. Auch Radio Free Asia und andere Quellen berichten von einer Welle von Verhaftungen und Verurteilungen, die meist in Zusammenhang mit den Protesten im März 2008 stehen.

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Winter-Kampagne „Hartes Durchgreifen“ in Lhasa gestartet

Am 18. Januar hat das Public Security Bureau (PSB) in Lhasa eine Winter-Auflage der Kampagne „Hartes Durchgreifen“ gestartet, die insgesamt 42 Tage dauern soll. Laut Bericht der Lhasa Evening News sollen bereits in den ersten drei Tagen sieben Wohnblocks, 2.922 Mietwohnungen, 14 Gästehäuser und Hotels, 18 Bars und drei Internet-Cafés in Lhasa durchsucht worden sein. 5.766 Verdächtige wurden verhört. Über die Zahl der Verhaftungen oder Freilassungen nach dem Verhör wurde nichts bekannt.

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Allgemeine Infos

Die Tibet Initiative schreibt:

Im Jahre 1949 wurde das bis dahin souveräne Tibet von der Volksrepublik China besetzt und zwei Jahre später annektiert. Tibet war zu diesem Zeitpunkt ein nach dem Völkerrecht ein souveräner Staat mit eigenem Staatsvolk, Staatsgewalt, Staatsgebiet und eigener Währung. Ohne eine Chance gegen die chinesische Armee und mangels Unterstützung aus dem Ausland, versuchten die Tibeter zunächst, zu einem Arrangement mit den Besatzern zu kommen, die ihnen Autonomie und Religionsfreiheit versprachen, sich in Wirklichkeit aber an keinerlei Abkommen hielten.

Im Gegenteil, ihre Unterdrückungsmaßnahmen wurden immer schärfer und führten in der tibetischen Bevölkerung zu wachsendem Widerstand, der schließlich am 10. März 1959 in einem Aufstand in Lhasa, der Hauptstadt Tibets, seinen tragischen Höhepunkt fand. Nach offiziellen chinesischen Angaben kamen dabei 87.000 Tibeter ums Leben. Die tatsächlichen Zahlen dürften um ein Vielfaches darüber liegen.

Seither herrschen Willkür, Folter sowie politische, religiöse und kulturelle Unterdrückung. Die chinesischen Machthaber vernichteten durch rücksichtslose Zwangskollektivierung die traditionelle Lebensgrundlage der Bauern und Nomaden. Sie zerstörten über 6000 Klöster, Tempel und historische Bauten, die Zentren der tibetischen Kultur und Religion. Mehr als 1 Million Tibeter verloren infolge der chinesischen Militärherrschaft durch Hunger, Hinrichtung, Folter, Terror und Selbstmord ihr Leben.

Die Internationale Juristenkommission kam zu dem Schluss, dass sich die VR China des „bösartigsten Verbrechens, dessen eine Nation angeklagt werden kann, nämlich der Vernichtung eines ganzen Volkes“, schuldig gemacht habe. Die Massenansiedlung von Chinesen in Tibet sowie Zwangssterilisationen und -abtreibungen an Tibeterinnen stellen eine weitere Bedrohung für das Überleben des tibetischen Volkes dar. Diese unmenschliche Politik wird die Tibeter in naher Zukunft zu einer Minderheit im eigenen Land machen und zum Verlust ihrer nationalen Identität und Kultur führen.

Geschichte Tibets:

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127 v. Chr. – 842 n.Chr. Tibet unter der Herrschaft der 41 Könige der Yarlung-Dynastie [969 Jahre]. Mit der Krönung Nyatri Tsenpos zum König der tibetischen Stämmen im Yarlung-Tal beginnt in Tibet eine neue Zeitrechnung. 2002 z.B. ist das 2129. Tibetische Königsjahr [also 127 plus 2002 = 2129]

617 – 649 617 – 649 König Songtsen Gampo festigt die erste Monarchie Tibets. Das Reich wird nach Westen [Guge] und Nordosten [bis zum Kokonor-See] erweitert.

634 – 641 Kriegerische Auseinandersetzungen mit China werden durch eine Heirat des Königs mit der chin. Prinzessin Wencheng beigelegt. Vorher [639] war Songsten Gampo bereits mit der nepalesischen Prinzessin Brikuti verheiratet

um 775 Gründung Samyes, des ältesten buddhistischen Klosters Tibets durch den indischen Tantriker Padmasambhava, der vom König Trisong Detsen [755-797] ins Land gerufen wurde, um den Buddhismus zu verbreiten.

836 – 842 König Lang Dharma verfolgt Buddhisten, die alte Bön-Religion lebt wieder auf.

um 970 Wiederbelebung [bekannt als die spätere Verbreitung] des Buddhismus

1249 – 1350 Tibet unter der Herrschaft der 12 Sakya-Hierarchen [101 Jahre]. Sakya als Zentrum der Macht. Tibet unter der Herrschaft der Sakya-Schule erkennt die mongolische Oberhoheit an, im Gegenzug nehmen die Mongolen den buddhistischen Glauben an. Damit wird die Priester-Patron-Beziehung zwischen den tibetischen Geistlichen und den mongolischen Khanen begründet.

1350 – 1436 Tibet unter der Herrschaft der 11 Phagdru-Hierarchen [86 Jahre]. Nedong als Zentrum der Macht.

1357 – 1419 Der Reformator Tsongkhapa gründet die Gelugpa-Schule ["Schule der Tugendhaften"], die zunehmend an Einfluß gewinnt und unter dem V. Dalai Lama praktisch zur Staatsreligion wird.

1436-1566 Tibet unter der Herrschaft der 4 Rinpung-Fürsten [130 Jahre]. Shigatse als Zentrum der Macht.

1566-1642 Tibet unter der Herrschaft der 3 Tsangpa-Könige [76 Jahre]. Shigatse als Zentrum der Macht.

1578 Sonam Gyatso erhält vom Mongolen Herrscher Altan Khan als erster den Ehrentitel „Dalai Lama“ [Ozean der Weiseit]. Seine beiden Vorgänger werden posthum mit dem gleichen Titel bedacht, so dass er als III. Dalai Lama in die Geschichte eingeht.

1642-1959 Tibet unter der Herrschaft der Dalai Lamas [317 Jahre]. Lhasa als Zentrum der Macht

1617 – 1682 Der V. Dalai Lama, ein großer Staatsmann und Gelehrter, baut den Potala Palast in Lhasa, der zum Wahrzeichen Tibets wurde. Unter dem Grossen Fünften wird Tibet zu einer Theokratie. Während seiner Herrschaft wird die Priester-Patron-Beziehung wiederbelebt, diesmal zwischen den Dalai Lamas von Tibet und den mandschurischen Kaisern der Qing-Dynastie Chinas.

1697 – 1895 Jeweils nur kurze Herrschaft der VI. – XII. Dalai Lamas, die teilweise unter mysteriösen Umständen sehr jung sterben.

1876 – 1933 XIII. Dalai Lama Thubten Gyatso. Er gewinnt als Reformator und Politker grosses Ansehen und führt Tibet ab 1912/13 wieder in die Unabhängigkeit, versäumt es aber, diese international abzusichern. Tibet isoliert sich nach Außen.

1904 Britische militärische „Strafexpedition“ unter Oberst Younghusband erzwingt die Öffnung Tibets für westliche Mächte. Zwei britische Handelsposten werden in Tibet eingerichtet.

1911 Nach dem Sturz der Qing-Dynastie in China, werden chinesischen Truppen aus Lhasa vertrieben und Tibet erlangt somit wieder seine Unabhängigkeit.

06.07.1935 Geburt des 14. Dalai Lamas Tenzin Gyatso

01.10.1949 Mao Zedong proklamiert die kommunistische Volksrepublik China. Die Volksbefreiungsarmee gewinnt die Kontrolle über große Teile Amdos [Nordost-Tibet].

19.10.1950 Chinesische Truppen erobern die Stadt Tschamdo in Ost Tibet

17.11.1950 Der XIV. Dalai Lama übernimmt [vorzeitig] als 15jähriger die Regierungsgeschäfte.

23.05.1951 Eine tibetische Delegation unterzeichnet unter Zwang in Bejing das „17-Punkte-Abkommen zur friedlichen Befreiung Tibets“.

10.03.1959 Volksaufstand der Tibeter gegen die chinesische Fremdherrschaft, der blutig niedergeschlagen wird. Tausende Tibeter kommen ums Leben und der Dalai Lama flieht nach Indien. Es folgen ihm seitdem Hunderttausende ins Exil. Nach der Niederschlagung des Aufstandes, setzt Peking die „demokratischen Reformen“ in ganz Tibet durch, in deren Verlauf bis zum Beginn der Kulturrevolution 1966 über 90% der Klöster, Tempel und Kulturdenkmäler zerstört wurden.

seit 1959 Tibet unter chinesischer Herrschaft. Beijing als Zentrum der Macht.

02.09.1960 Die Commission of Tibetan People’s Deputies [Parlament] nimmt im Exil nach den ersten demokratischen Wahlen in der Geschichte Tibets ihre Arbeit auf.

1962 Der X. Panchen Lama überreicht nach einer ausgedehnten Inspektionsreise durch ganz Tibet Mao Zedong eine 70.000 Schriftzeichen-Petition, die die chinesische Politik und Misswirtschaft scharf kritisiert, die zu niedagewesenen Hungersnöten in Tibet geführt hat.

10.03.1963 Der Dalai Lama verkündet im Exil eine demokratische Verfassung Tibets

09.09.1965 Gründung der „Autonomen Region Tibet“, die Hälfte des früheren Staatsgebietes wird chin. Provinzen zugeschlagen

1966 – 1976 Durch die Kulturrevolution wurden Angst und Terror in ganz China und den besetzten Ländern wie Tibet verbreitet.

Ab September 1987 gelangen wiederholt Informationen über gewaltsame Demonstrationen in Lhasa und ganz Tibet gegen die chinesische Tibetpolitik durch westliche Touristen an die Weltöffentlichkeit. Die chinesischen Behörden reagieren darauf, indem sie erstmalig in der tibetischen Geschichte 1989 das Kriegsrecht über Lhasa verhängen.

05.10.1989 Dem XIV. Dalai Lama wird in Oslo der Friedensnobelpreises verliehen.

15. 5.1995 Der XIV. Dalai Lama erkennt Choekyi Nyima als die Reinkarnation des X. Panchen Lama an. Choekyi Nyima wird mit seiner Familie verschleppt und die chinesischen Behörden installieren am 29. 11.1995 Gyaltsen Norbu als XI. Panchen Lama im Jokhang-Tempel in Lhasa.

28.12.1999 Der XVII. Karmapa Urgyen Trinley Dorje flieht im Alter von 14 Jahren als einer der letzten religiösen Führer aus seinem Kloster Tshurpu nach Indien. Hinweis: Über die Identität seiner derzeitigen Inkarnation des Karmapa besteht Uneinigkeit: Urgyen Trinley Dorje wurde 1985 in Osttibet geboren und 1992 im Kloster Tsurphu, dem traditionellen Sitz der Karmapas in Tibet, als Reinkarnation eingesetzt.. Er wurde von Situ Rinpoche, Gyaltsap Rinpoche, dem 14. Dalai Lama und der chinesischen Regierung anerkannt. Trinley Thaye Dorje wurde 1982 in Lhasa geboren und von Shamarpa, als Reinkarnation des 16. Karmapa anerkannt. Er floh im März 1994 nach Indien.

2002 – 2005 Fünf Gesprächsrunden zwischen Vertretern der tibetischen Exilregierung und der chinesischen Führung führten bis heute zu keinerlei erkennbaren Veränderungen in der Tibet Politik der VR China.


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