Not letting go - oder die Kunst loszulassen
Ist es nicht interessant, dass man ab und zu eine Geschichte hört, die kurze Zeit später wie die Faust aufs Auge zu einer persönlichen Begebenheit passt? So gings mir. Letzte Woche hört ich ein Zen Gleichnis im Online Kurs von Eckhart Tolle “A new Earth” (das Buch dazu kann ich jedem sehr ans Herz legen) und heute wurde ich dann mit jemandem konfrontiert, dem die Beachtung dieser Geschichte sehr gut tun würde. Leider habe ich sie nur auf Englisch und keine Zeit, sie zu übersetzen. Aber sie ist kurz und sehr leicht verständlich:
Two monks are walking along, practicing silence. Walking down a road, being present… The road is muddy and at one point they come across a young woman, who wants to cross the road, but can not figure out how to do it with out getting herself and clothing too muddy.
One monk walks over, picks her up, crosses the road and sets her down - and they continue to walk, silent, being present for another 4 hours.
As they are nearing their destination the one monk says to the other “you really should not have picked up that young woman, and carried her across the road, it is not appropriate for us to be that close to women, and certainly not to touch them…”
The other monk turns to him and says “oh are you still carrying her??! I put her down 4 hours ago…”
Ist das nicht einfach nur wahr? Wie oft tragen wir alte Geschichten mit uns rum, nagen an Sachen, die längst vergangen sind, grübeln über Vorfälle nach, an denen wir eh nichts mehr ändern können. Wir schleppen unsere Last viel länger mit uns als nötig, tragen fleissig unser Gepäck, das wir schon längst hätten abstellen sollen. Dieses Mitschleppen der Vergangenheit hindert uns, nach vorn zu sehen, uns aufs JETZT zu konzentrieren und JETZT zu leben. Und das ist doch eigentlich schade.
Also stellen wir unser Gepäck doch einfach mal ab und atmen tief durch.

Es ist aber leider meist nicht so einfach, das Gepäck, was wir schon so lange mit uns herumtragen, einfach abzustellen. Ich wünschte, ich könnte es so ohne weiteres
Ich muss noch viel lernen …
Da kann ich Dir echt das Buch von Eckhart Tolle empfehlen:
Eine neue Erde
Er erzählt darin genau, wieso wir so sind wie wir sind und wie wir uns definieren und dass das gar nicht wir sind, sondern unser Ego. Wir sind nicht unsere Gedanken.. ich fand es wirklich inspirierend, daher habe ich den Online Kurs auch mitgemacht.
Eine Kunde bei Amazon hat es so zusammengefasst:
“Das Ego liebt die Tragödie, spielt, manipuliert, taktiert, ist unehrlich, wird von Angst, Gier und Machthunger genährt, und ist niemals zufrieden. Es sucht Identifikationsverstärker im Außen, in Dingen, (oder auch “nützlichen” Menschen) die verdeutlichen sollen, wer man ist, was man hat, wohin man gehört, die aber das wahre Wesen vollkommen verbergen”
Aber das Ego sind nicht wir. Hat viel vom Buddhismus.
Lustig, dass Tolle eigentlich Deutscher ist, aber jetzt in den USA zu einem Begriff geworden ist. Mal sehen, wann die Begeisterung um ihn hier in Deutschland ankommt *g*
Ein anderes sehr gutes Buch ist : Im Hier und Jetzt Zuhause sein - von Thich Nhat Hanh
wahre Worte,leider birgt es auch (wie bei allem) seine Schattenseiten. Man läuft u.U. Gefahr in eine echte teilnahmslose Passivität zu rutschen oder man kriegt die Grätsche hin und wird für die Kunst, losassen zu können, belächelt oder kritisiert. Aber mit Letzterem kann man gut klar kommen *g*
Die Begeisterung ist längst in Deutschland und in der Welt angekommen :=) Es sind schon eine Menge Menschen, die sich für Eckhart und seinen Weg interessieren.
Worte werfen keine Schatten …