Deutschenhass
Schon oft bin ich gefragt worden, wieso ich eigentlich aus der Schweiz weggezogen sei und aus dem schönen Zürich zurück in die Wetterau gekommen bin. Wie kann man den Zürcher See mit dem Bergpanorama gegen das Bingenheimer Ried eintauschen?
Nun wenn man solche Zeitungsartikel liest, dann erklärt es sich vielleicht:
Erneut Deutschen die Pneus zerstochen - NZZ
Schon wieder sind gezielt die Pneus von Autos mit deutschem Kennzeichen zerstochen worden. Für viele Deutsche wird es immer ungemütlicher in der Schweiz.
Zerstochene Reifen, abgerissene Seitenspiegel und Kratzer im Lack: Rund ein Dutzend Autos sind in der Nacht auf den 6. April in Zürich-Wipkingen beschädigt worden. «Es handelt sich ausschliesslich um Fahrzeuge mit deutschem Kennzeichen», bestätigt Stapo-Sprecher Marco Cortesi eine Meldung der «NZZ». Man nehme den Fall nicht auf die leichte Schulter. Bereits Ende Juli 2007 wurden in Wiedikon zwei Dutzend Autos beschädigt. Im März zuvor hatten Deutschenhasser im Kreis 5 zugeschlagen.
Für unsere Nachbarn wird es hierzulande immer ungemütlicher. Nervten sich früher noch viele Schweizer hinter vorgehaltener Hand über die angebliche Arroganz und Schlagfertigkeit der Deutschen, schlägt ihnen heute in ihrem beliebtesten Auswanderungsland offene Antipathie entgegen. Hinzu kommt die Angst der Eidgenossen vor einer Invasion günstiger und qualifizierter Arbeitskräfte.
Selbst in elitären Kreisen wie an der Uni gibt es Ressentiments. «Subtiler Rassismus ist mittlerweile überall spürbar», sagt Kommunikationsexperte Klaus J. Stöhlker. Immer häufiger gebe er in grossen Unternehmen Integrationskurse. Sein Tipp: Die Kaffeepause wieder einführen, damit die Menschen wieder mehr miteinander sprechen.
Ich mein, es ist nicht so, dass ich diesen Deutschenhass nicht gespürt hätte, aber das ist jetzt doch eine Dimension, die ich mir so nicht hab vorstellen können.
Ich habe eine Schweizer Kollegin damals gefragt, wieso sie die Deutschen denn nicht mag. Sie erklärte mir, dass allein die Tatsache, dass wir eben Hochdeutsch sprechen, ausreicht, um uns als arrogant abzustempeln. Wir würden uns dadurch gewählter ausdrücken und sie kämen sich mit ihrem Schweizerdeutsch minderwertig vor. Ähm ja…. um mal echt arrogant zu klingen: Wie wäre es mit Hochdeutsch lernen, damit man mitreden kann?
Im ernst: Ich habe den Schweizern immer gesagt, dass ich Schweizerdeutsch verstehe und sie gerne so mit mir sprechen können, ich aber leider selbst das nicht sprechen kann, weil ich mit dem “ch” nun wirklich nicht zurecht komme. Aber einige Schweizer Wörter und die falsche Grammatik *g* habe sogar ich mir angewöhnt. Und dann heisst es trotzdem noch arrogante Deutsche?
Im Büro telefonierte eine Kollegin einmal mit dem Deutschen Office und als sie auflegte, meinte sie laut: ” Kein Wunder, dass sie so dämlich ist, ist ja ne Deutsche” - na vielen Dank, ich sass gleich daneben. Als sie meinen Blick sah, verbesserte sie schnell “Nein, Du bist ja gaanz anders” - ist klar …
Ich habe keine Ahnung, wieso so viele Schweizer ein Problem mit den Deutschen haben. Sie leben schliesslich von diesem Land. Die Deutschen bringen brav ihr Schwarzgeld hin, machen Urlaub, gehen Skifahren, kaufen die Schokolade und die überteuerten Holzdekokühe… also was soll das?
Dass es auch anders geht, zeigen Alex und ich
Bin ich froh, dass ich da weg bin *g* und falls noch jemand fragt wieso, werde ich ihm den Link zu diesem Blogeintrag schicken *gg*

*applaudiert* Gut gebrüllt, Löwe… äh Widder *g*
Ich kann diese Antipathie auch überhaupt nicht nachvollziehen. Hierzulande höre ich keine schlechten Sachen über die Schweizer, warum muss es dann andersrum sein? Verstehe das wer will…
interessant, hätte ich jetzt gar nicht gedacht, aber man lernt ja nie aus.